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Call for Papers "Neue Perspektiven auf einen alten Bekannten - Ein Ovid-Workshop"

 Call for Papers: Neue Perspektiven auf einen alten Bekannten – Ein Ovid-Workshop

vivam – so das gern zitierte letzte Wort der ovidischen Metamorphosen. Der Dichter scheint recht behalten zu haben. Auch über 2000 Jahre nach seinem Todestag lebt Ovid weiter, ob in Schule, Wissenschaft, Feuilleton oder der privaten Lektüre. Obwohl das allgemeine Interesse an antiker Literatur insgesamt abnimmt, erfreuen sich nicht allein die Metamorphosen, sondern auch Ovids übrige Werke von Liebes- bis Exilelegie anhaltender Beliebtheit. Wie wohl kein anderer Dichter der Antike, präsentiert das überlieferte Œuvre Ovids den modernen Rezipienten nicht nur nahezu ein Panoptikum der antiken Dichtungsgattungen, von der Elegie in den Amores bis hin zum Lehrgedicht der Fasti, sondern ein noch heute virtuoses Spiel mit narratologischen Perspektiven: das selbstbewusste Dichter-Ich bspw. der Ars amatoria, die dem Mythos entstammenden Briefautorinnen der Heroides, der epische Erzähler oder der poeta exul der wirkmächtigen Tristia und Epistulae ex Ponto. Diese Breite und Vielfalt des ovidischen Werkes hat gerade in den letzten Jahrzehnten, nach einer langen Phase der Ablehnung Ovids im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, zu einer intensiven wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Corpus Ovidianum geführt. Innerhalb dieser kontinuierlichen Beschäftigung stieg Ovid in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum Modellautor für den fortschreitenden Siegeszug der modernen Literaturtheorie auch in der Klassischen Philologie auf. Das Spektrum dieser methodischen Ansätze von Intertextualität über Narratologie und gender studies bis hin zur Rezeptionsforschung eröffnet bis heute vielfältige Lesarten des ovidischen Werkes und generierte so grundsätzliche Erkenntnisse wie die Differenzierung zwischen elegischem Ich bzw. Erzähler und historischem Autor. Es ist mittlerweile ein prägendes Charakteristikum der modernen Ovidforschung durch innovative methodische Ansätze neue Einsichten auf das Schaffen des berühmten Dichters zu eröffnen. Immer wieder sind es auch Beiträge von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, die neue Perspektiven auf das ovidische Werk aufzeigen, indem sie in ihren Dissertations- oder Habilitationsarbeiten bspw. die explizite und vor allem auch die implizite Poetik der verschiedenen Werke Ovids herausarbeiten.
Diesen neuen Perspektiven auf das ovidische Gesamtwerk soll im Format eines Workshops nachgegangen werden, der sich speziell an diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wendet, die sich zurzeit in ihren Qualifikationsarbeiten mit Werken Ovids beschäftigen. Die Zielsetzung dieser Veranstaltung ist es dabei eine Bestandsaufnahme der Strömungen in der gegenwärtigen Ovidforschung anzuzeigen. Daher formuliert dieser Workshop absichtlich keine thematische Festlegung auf ein spezifisches ovidisches Werk oder einen bestimmten methodischen Zugang, sondern stellt dies den Teilnehmerinnen und Teilnehmern frei. Folgende Fragestellungen bzw. Zugänge wären beispielsweise möglich:
  • Inwiefern eröffnet Ihr Ansatz neue Lesarten für das spezifische Werk und/oder das gesamte ovidische Œuvre?
  • Welche methodischen Ansätze verfolgen Sie, um neue Perspektiven auf ein bzw. das gesamte Werk Ovids zu gewinnen?
  • Worin bedient Ihr Forschungsansatz ein Desiderat der Forschung und wirft ein neues Licht auf das Schaffen Ovids?
Der Workshop wird vom 29. bis 30. Januar 2021 an der Abteilung für Griechische und Lateinische Philologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn stattfinden. Für die Veranstaltung konnten mit Prof. Dr. Alison Keith (Toronto) und Prof. Dr. Melanie Möller (Berlin) zwei renommierte Ovidforscherinnen als Keynote-Speaker gewonnen werden. Der Diskussion im Plenum soll besondere Relevanz zukommen, weshalb einem 30-minütigem Vortrag eine ebenso lange Diskussion folgen wird. Die Kosten einer Übernachtung der eingeladenen Vortragenden werden übernommen. Ferner kann unter Vorlage der jeweiligen Belege ein Zuschuss zu den Reisekosten gewährt werden. Wenn Sie den Workshop mit einem Beitrag in deutscher oder englischer Sprache bereichern möchten, senden Sie Ihren Vorschlag eines Vortagsthemas mit einem Abstract von maximal 500 Wörtern, einem kurzem Curriculum Vitae sowie einer kurzen Darstellung Ihrer Qualifikationsarbeit bitte bis zum
15.09.2020
                                                an [Email protection active, please enable JavaScript.].
Wegen der Ausbreitung des Corona-Virus sind zur Zeit (Juli 2020) an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn nur Präsenzveranstaltung von bis zu 15 Personen, nach Ausarbeitung eines Hygienekonzeptes und vorheriger Genehmigung durch die Universität, gestattet. Auf etwaige Entwicklungen der Corona-Pandemie wird kurzfristig reagiert und darüber informiert werden. Wir werden darüber hinaus das vermutlich abwesende breitere Publikum der Veranstaltung einladen, dem Workshop durch einen Stream beizuwohnen. 
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