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Der "Nachlass Bücheler"

- ein Projekt zur Wissenschaftsgeschichte des 19. Jhs. -

(Kurzfassung des Berichts in NlatJb 3, 2001, 226-229)

 

Seit Frühjahr 2000 wird im Arbeitsbereich Mittel- und Neulateinische Philologie an der Universität Bonn der (hauptsächlich wissenschaftliche, teilweise auch private) Nachlass des Bonner Latinisten Franz Bücheler (1837-1908) in einer Projektgruppe aufgearbeitet. Bücheler, von 1870 bis 1905 Professor am Philologischen Seminar der Universität Bonn, war einer der bedeutendsten klassischen Philologen Deutschlands des 19. Jahrhunderts. Neben seinen Forschungen zu lateinischen Inschriften und zum Oskisch-Umbrischen hat er sich vor allem als Initiator und Mitbegründer des lexikographischen Projekts Thesaurus linguae Latinae in München einen Namen gemacht. Daneben pflegte Bücheler, deri nternationales Renommee genoss und zu dessen Schülerkreis wiederum bekannte Philologen zählten, einen regen Briefwechsel mit namhaften Wissenschaftlern seiner Zeit. Die Briefe dieser Persönlichkeiten an ihn bilden das Kernstück seines Nachlasses, der außerdem aus Vorarbeiten zum Thesaurus linguae Latinae (z. T. schriftliche Überlegungen der damals beteiligten Kollegen), Vorlesungsmanuskripten, Notizen zu verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten, Tagebüchern und privaten Dokumenten besteht.

 

Das Material des Nachlasses wird an zwei Orten aufbewahrt: die Hauptmasse (d.h. vor allem die Korrespondenz) lagert im Stadtarchiv Bonn, während ein kleinerer Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn zufinden ist. In beiden Institutionen erfolgte bisher noch keine systematische Erfassung der Bestände.

 

Die erste Phase des Projekts besteht darin, das Material genauer zus ortieren und zu katalogisieren, um allen Interessenten einen methodisch gesicherten und bequemen Zugriff auf die zu erschließenden Dokumente zu ermöglichen. Hierfür schien das Datenbankprogramm HANS (=Akronym für Handschriften, Autographen, Nachlässe und Sonderbestände), eine spezielle Weiterentwicklung des Bibliothekskatalogisierungssystems ALLEGRO, besonders geeignet, da hierdurch die Arbeitsgänge Datenmodellierung, Erfassung, Aufbereitung und Informationserschließung wirkungsvoll unterstützt werden.

 

Parallelzu der Aufnahme der Materialien in die Datenbank, in der nur knappe Inhaltsangaben enthalten sind, werden die Texte vollständig und im Wortlaut auch mit einem Textverarbeitungsprogramm erfasst und separat gespeichert.

 

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