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Band 16

Uta Schmidt-Clausen
Das lateinische Gedicht des Franz Xaver Trips über den Gülich-Aufstand in Köln
Untersuchungen und Teiledition mit Übersetzung und Erläuterungen.


Hildesheim - Zürich - New York 2010

Noctes Neolatinae. Neo-Latin Texts and Studies, Band 16

 

Kurzbeschreibung

1680-1686 wurde die freie Reichsstadt Köln von schweren Bürgerunruhen erschüttert, deren Anführer der Kaufmann Nikolaus Gülich war. Franz Xaver Trips (1630-1696), ein Kölner Jesuit und produktiver lateinischer Dichter, war Zeitgenosse und Augenzeuge der Gülich-Revolte. In dem umfangreichen elegischen Gedicht „Quinquennalis seditio atque rebellis Ubiorum status“ hat er die dramatischen Ereignisse dargestellt. Dieses Werk, 1704 postum erschienen, ist zu Unrecht vergessen: Es verbindet einen bedeutsamen lokalhistorischen Inhalt mit überragender literarischer Qualität. Die vorliegende Arbeit behandelt Trips’ Quinquennalis seditio erstmals in einer Monographie. Sie untersucht das Werk als Geschichtsschreibung und als elegische Dichtung. Texttypologische Fragestellungen führen zum Nachweis einer breiten, farbigen Textsortenvielfalt und zeigen eine Vielzahl von klassischen Vorbildern auf. Die eigentümliche Stimme dieses späthumanistischen Dichters wird hörbar: heftig und polemisch, effektvoll rhetorisch, elegant in der Verskunst. Im Anschluss an die Untersuchungen bietet das Buch eine kritische Edition des wichtigsten Teils des Werks, begleitet von einer Übersetzung und einem Stellenkommentar.

 

Summary

Between 1680 and 1686 the Free Imperial City of Cologne was shaken by serious insurrections, instigated by the merchant Nikolaus Gülich. Franz Xaver Trips (1630-1696), a Cologne Jesuit and productive Latin poet, was a contemporary and eyewitness of the Gülich rebellion. In his extensive elegiac poem “Quinquennalis seditio atque rebellis Ubiorum status” he depicts these dramatic events. The work, posthumously published in 1704, has been unjustly forgotten: it combines significant local historical content with outstanding literary quality. This is the first monographic study of Trips’ Quinquennalis seditio. It examines the work both as historiography and as elegiac poetry. Typological investigation of the text leads to the proof of a wide and colourful variety of text types and demonstrate a range of classical sources. The individual voice of this late humanist poet can be clearly heard: fierce and polemical, effective in its rhetoric, and elegant in its versifying. In addition to the study, the book contains a critical edition of the most important part of the work, accompanied by a translation and a line-by-line commentary.

 

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